Dem Kireas entlang

Service / Informationen

  • Strecke: 7.5 km
  • Höhendifferenz: 240 m
  • Benötigte Zeit: ca 2:30 Min.
  • Ausgangspunkt: Kapelle Agios Georgios
  • Endpunkt: Kapelle Agios Georgios
  • Schwierigkeit: Keine

Rundwanderung mit geringen Steigungen. Zuerst dem Fluss Kireas entlang, dann durch Wälder. Da die Wanderung eine Zeitlang parallel der Hauptstrasse 77 entlang führt, empfiehlt sich, das Wochenende zu meiden (viel Verkehr).

Fluss- und Bergwanderung

Die bequeme Wanderung führt zuerst entlang dem schattigen, platanenbestandenen Flusstal des Kireas und dann durch Eichen- und Pinienwälder.
Als Abschluss bietet sich ein Besuch von Prokopi, einem geschichtsträchtigen Ort, an. Vgl. Kasten unten.

Von ein paar Steigungen abgesehen geht fast alles eben weg. Eine Bachüberquerung gleich zu Beginn könnte je nach Jahreszeit vielleicht schwierig sein, bietet aber in der Regel keine Probleme.

Detailbeschreibung der Wanderung

Agios Georgios.

Anfahrt

Wir starten im Herzen der Insel, im Städtchen Prokopi. Von dort fahren wir auf der Hauptstrasse südwärts Richtung Chalkida. Nach etwa 5 km verengt sich die Talebene deutlich, die Felswände kommen näher. Schon bald sehen wir unmittelbar vor einer Linkskurve die kleine Kirche Agios Georgios, umgeben von einem schattigen Rast-, Spiel- und Picknickplatz. Hier stellen wir den Wagen ab und schnüren unsere Wanderschuhe.

Von der Hauptstrasse runter zum Kireas.

Hier könnte es nasse Füsse geben.

Von Agios Georgios dem Fluss entlang

Wir folgen der Hauptstrasse wenige Meter weiter, überqueren einen Bach und stechen alsbald auf einen Waldweg links hinunter. Sehen wir eine nächste Kapelle, nämlich Agios Georgios Nummer 2, so sind wir richtig. Nun gilt es aber den Bach zu überqueren, und beim Balancieren über die Trittsteine sind wir froh um unsere Wanderstöcke.
Weiter geht es stets talabwärts dem Bach entlang; das Plätschern des Wassers und das Gezwitscher der Vögel übertönen den gelegentlichen Lärm der Autos auf der gegenüber liegenden Hauptstrasse.
Unter den schattigen Platanen lässt es sich auch an einem heissen Tag gut vorankommen. Wir passieren verlassene Tiergehege und sehen nach ungefähr 20 Minuten linkerhand, auf der andern Bachseite, eine hohe Stützmauer. Hier bricht der Waldweg abrupt ab, weil er von einem Hochwasser weggespült worden ist. Aber keine Angst, ein Ziegenpfad durchs Unterholz führt uns zum Anschlusstück weiter unten  (also den Bach nicht überqueren!).
Das Tal weitet sich und nach einer guten halben Stunde seit dem Start stossen wir auf eine Abzweigung [1]. Wir biegen nach rechts ab, weg vom Fluss, und wandern nun entlang einem Zufluss in ein Seitental hinein.

Waldkapelle des heiligen Eustachios.

Rund um den Berg zum Agios Georgios zurück

Die Umgebung gleicht nun fast einem Park. Wir wandern unter schattigen Bäumen, zwischen Farnen und wilden Christrosen (Orientalische Nieswurz). Glockengebimmel im Hintergrund stammt von Ziegenherden auf dem gegenüberliegenden Ufer. Der Weg ist eben, und nach einer Viertelstunde erreicht man einen Festplatz mit Betontischen am Bachufer und unmittelbar dahinter die Waldkapelle des Heiligen Eustachios. Hier gabelt sich der Weg; wir nehmen die rechte Abzweigung, die hinauf in den Wald führt.
Auch im Folgenden halten wir uns immer an den Hauptweg und steigen steil auf. Hier sind wir nun froh um Sonnenschutz und eine gut gefüllte Wasserflasche. Der Berg, den wir umrunden wollen, liegt immer rechts von uns.
Nach einer knappen halben Stunde seit der Kapelle treffen wir auf eine breite Feuerschneise [2]. Wir überqueren diese, folgen ihr 30 m nach links und stechen dann gleich wieder nach rechts auf den Waldweg ab. Nun geht es wieder abwärts, durch lichten Pinien- und Eichenwald, der einen Blick in die enge Derveni-Schlucht unter uns erlaubt.

Kleisura

Nach rund 20 Minuten seit der Schneise gehen wir an einem grossen Ziegenstall vorbei und stossen nach ein paar Kehren auf unseren Hinweg.
Erneut überqueren wir, nun schon etwas geübter, den Bach und erreichen kurz darauf unseren Ausgangspunkt.

Abstecher nach Prokopi

Bestehen Zeit und Lust, Hunger und Durst, so empfiehlt sich ein Besuch von Prokopi. Zahlreiche Cafés und Tavernen laden hier zum Verweilen ein. Viele Stände mit Devotionalien und Souvenirs weisen darauf hin, dass es sich bei Prokopi um einen weit herum bekannten Pilgerort handelt.
In der grossen Kirche im Zentrum liegt der Heilige Joannis Rossos aufgebahrt; er hat gewisse Ähnlichkeiten mit der Gletschermumie Ötzi.

Agios Joannis Rossos

Der Ort hat aber auch eine spezielle Geschichte, weil hier ein Berner namens Charles Müller-von Fellenberg in der Mitte des 19. Jahrhunderts eine grosse Besitzung bewirtschaftete. Damals hiess der Ort Achmetaga.

Achmetaga

2 Kommentare zu “Dem Kireas entlang

  1. Für RomanliebhaberInnen gibt es zum Thema Achmetaga auch Lesestoff:

    Geneviève Lüscher
    Achmetaga – Ein Patrizierleben zwischen Griechenland und Bern
    Dokuroman
    Stämpfli Verlag, Bern 2018
    250 S., Bilder

    Empfehlenswert!

  2. Diese Wanderung haben wir anschliessend an den Ausflug zur Burg hoch über Psachna auch am 17.5.2018 unter die Schuhe genommen. Eine angenehme kurze Rundwanderung, in üppiger Natur und oft unter schattigen Bäumen. Dem Weg entlang sind zahlreiche Pinien zur Harzgewinnung angezapft. Allerdings fehlt bei dieser Wanderung ein Höhepunkt.
    Der folgte dann aber nach dem Marsch: Gemäss Ausführungen am Schluss des Beschriebs und inspiriert von unserer Ferienlektüre, dem Buch „Achmetaga“, machten wir einen Abstecher nach Prokópi. Das erwähnte Gut heisst heute „Candili Estate“ und ist mit der Hilfe von Google Maps leicht zu finden. Vor den Torgittern angekommen, erheischten wir einen Blick in den Innenhof. Da läuft per Zufall der Gutsbesitzer durch den Hof auf uns zu. Spontan hat uns Philip Noel-Baker zum Tee nach englischer Art eingeladen (wir kamen zur richtigen Zeit!) und anschliessend den Landsitz gezeigt. Ein schönes und eindrückliches Erlebnis!
    Momentan kann das Gut – welches über 30 Personen beherbergen kann – nur gesamthaft für Anlässe gemietet werden. Es ist aber möglich, dass bald einmal ein Bed und Breakfest eröffnet wird. In dem Fall unbedingt eine oder mehrere Übernachtungen an diesem geschichtsträchtigen Ort einplanen! Es ist ein guter Ausgangspunkt für weitere Wanderungen. Im Dorf hat es etliche Restaurants.

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