Zu den sieben Kirchlein musst du gehn…

Service / Informationen

  • Strecke: 12 km
  • Höhendifferenz: 270 m
  • Benötigte Zeit: ca 3 Std.
  • Ausgangspunkt: Kato Steni
  • Endpunkt: Kato Steni
  • Schwierigkeit: Keine

Wanderung zu sieben Heiligen durch eine Landschaft, die geschaffen scheint, um in sie hinein zu blicken. Bachüberquerungen! Verpflegung aus dem Rucksack.

«Schöner als die Tiroler Alpen...»

Die Landschaft um das Bergdorf Steni soll  schöner sein als die Tiroler Alpen. Das meinte jedenfalls der Forschungsreisende Ludwig Ross, der in der Mitte des 19. Jahrhunderts König Otto I. auf seinen Inselreisen begleitete.

Bis auf ein paar steile Wegstrecken und je nach Jahreszeit heiklen Bachüberquerungen eine problemlose Wanderung. Im ersten Teil ohne Schatten, darum Wasser nicht vergessen.

Eine Landschaft wie im Bilderbuch.

Schneebedeckter Dirfis, Kapelle und Wanderweg.

Am Lauf des Kambiotiko.

Pirgos mit Turm und Kapellen.

Detailbeschreibung der Wanderung

Anfahrt

Bei der Anreise von Psachna Richtung Steni stossen wir 2 km vor dem Bergdorf Steni auf Kato Steni («Untersteni»). Südlich der Dorfkirche stellen wir unser Auto bei der Kapelle 1 ab.

Schroffe Rinnen mit grünen Terrassen.

Kapelle 2: Profitis Ilias.

Schon beim Aufstieg sichtbar: Der Turm von Pirgos.

Abstieg nach Pirgos

Der Feldweg verläuft auf einem Hügelzug südwärts, die Kapelle 2 haben wir schon bald im Blick. Sie ist dem Profitis Ilias geweiht. Wir lassen sie links liegen; der Weg beginnt sich zu senken. Bei der ersten Gabelung folgen wir dem linken Weg, immer nach Süden und bergab. Den kegelförmigen Dirfis haben wir stets im Rücken. Links und rechts blicken wir in eine urtümliche Landschaft, die sich vor unsern Augen ausbreitet. Rechts unten ist ein alter Steinbruch sichtbar, den sich die Natur langsam zurückerobert. Die ganze Szenerie wirkt kulissenhaft mit ihren kleinen Rebgärten und Olivenhainen, durchschnitten von schilfbestandenen Bachgräben und Tobeln.
Nach 20 Minuten erreichen wir Kapelle 3, sie ist dem Heiligen Konstantin geweiht. Wir wandern weiterhin durch die stark gegliederte Landschaft bis wir den Talgrund erreichen (ca. 1 Stunde nach dem Start). Wir überqueren den Bach und laufen nun talauswärts, immer noch nach Süden. Nach weiteren 15 Minuten vereinigt sich unser Bachlauf mit einem grösseren Gewässer, dem Kambiotiko, dessen Quelle bei der Agia Kyriaki entspringt (siehe unten). An dieser Stelle verbreitert sich nun das Tal. Wir durchstreifen Walnusshaine und haben den von mächtigen Platanen beschatteten Bachlauf stets links neben uns.
Nach weiteren 15 Minuten stossen wir auf einen Fahrweg. Wir biegen nach links ab und überqueren kurz darauf den Bach auf einer Betonbrücke [1]. Nach der Brücke nehmen wir den Fahrweg links aufwärts; wir haben nun den Dirfis links von uns. Nach 30 Minuten schweisstreibenden Aufstiegs erreichen wir Pirgos. Die Turmruine ist rechterhand schon von Weitem sichtbar. Der zugehörige Ort Skouderi besteht aus nicht viel mehr als diesem Turm und den Kapellen 4–6, die malerisch in einem lauschig-schattigen Hof angeordnet sind. Hier lässt sich gut picknicken.

Pirgos

Die siebte und letzte Kapelle.

Da müssen wir hindurch!

Aufstieg nach Kato Steni

Für die Rückkehr nehmen wir den gleichen Weg unter die Füsse, zweigen aber nach 400 m oder guten 5 Minuten nach rechts in einen kurzen Verbindungsweg ab, der an einer Quelle vorbei führt. Wir wenden uns nach links und nach wenigen Minuten noch einmal nach links. Der Weg führt in einem Bogen um eine Hügelkuppe, um dann steil abzufallen. Bald kommt Kapelle 7 in den Blick. Wir lassen sie links liegen und erreichen durch einen steilen Hohlweg das Flüsschen Kambiotiko wieder (30 Minuten nach dem Start in Pirgos).

Nun gilt es vielleicht die Schuhe auszuziehen und die Hosen hochzukrempeln: Eine Brücke gibt es nicht. Auf der andern Seite stossen wir auf unsern Hinweg. Nun steigen wir aufwärts und haben den Dirfis für den Rest des Weges stets im Blick. Nach einer Stunde stehen wir wieder bei der Kapelle 1.

Dirfis, der höchste Berg Euböas

Ein Tipp von Katerina

Wer noch Zeit und Lust hat, dem sei ein Besuch des Quellheiligtums Agia Kyriaki empfohlen. Dazu fahren wir auf der Hauptstrasse ca. 250 m Richtung Steni hoch bis zum Wegweiser, der nach rechts zeigt. Bis zur Agia Kyriaki sind es rund 2 km. Der vielbesuchte Ausflugsort unter schattigen Platanen und an rauschenden Wasserfällen verfügt auch über eine Taverne.

Ein Kommentar zu “Zu den sieben Kirchlein musst du gehn…

  1. In Káto Stení kann man auch gut gegenüber der Bäckerei parkieren, so wie wir das am 16.5.2018 gemacht haben, und von dort aus losmarschieren. Eine sehr schöne Tageswanderung in der Natur, über einen Grat, durch ein von riesigen Platanen bewachsenes Tal und durch Olivenhaine. Unterwegs sind wir zahlreichen Schildkröten begegnet.
    Die Einheimischen sind mächtig stolz auf die nahe bei Káto Stení gelegene Wallfahrtskirche Agía Kiriakí, welche an einem platanengesäumten Bach liegt. Aber nach dieser Wanderung beindruckt einem diese touristisch eingerichtete Stätte nicht mehr…
    Wir haben in Stení in einem Bed und Breakfest namens Nakaraki übernachtet, wo wir von Mrs. Kostadina herzlich betreut wurden. Sie tischte ein sehr feines Frühstück auf und war besorgt, dass wir für die Wanderung gut mit feinem, selbst gebackenem Kuchen versorgt wurden!

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