Juraweiden auf Euböa

Service / Informationen

  • Strecke: 6 km
  • Höhendifferenz: 350 m
  • Benötigte Zeit: ca 2:30 Std.
  • Ausgangspunkt: Mandri
  • Endpunkt: Mandri
  • Schwierigkeit: Stellenweise steil

Wanderung über «Jurahöhen» und Bergpfade. Bei klarem Wetter herrliche Ausblicke.

Aufstieg zum Kandili

Der Kandili ist ein direkt aus dem Golf aufsteigendes Bergmassiv an der Westküste Euböas, mit mehreren Gipfeln über 1000 m ü.M. Wir nehmen als Ziel den Felskamm zwischen den Bergspitzen Pyrgaki und Roupakia ins Auge.

Der Weg ist - seltenen - mit gelben und - häufig - mit roten Punkten markiert, und wenn man aufmerksam ist, leicht zu finden. Gelegentlich sind die Pfade steinig und recht steil, weshalb gute Schuhe unabdingbar und Wanderstöcke empfehlenswert sind.

Aussicht vom Ziel der Wanderung.

«Juraweiden»?

Hunderte von Bienenkästen.

Gut markiert ist halb gewandert.

Detailbeschreibung der Wanderung

Hier beginnt der Fahrweg nach dem Mandri.

Mandri tou Vavoulioti von oben.

Anfahrt

Von Chalkida aus fahren wir auf der kurvenreichen Nationalstrasse 77 nordwärts über Kastella/Psachna in Richtung Prokopi ins bergige Landesinnere hinauf. Etwa elf Kilometer nach Psachna kommt die Passhöhe Agios in Sicht (665 m ü. M.). Unmittelbar gegenüber der Taverne «Agios» auf der rechten Strassenseite markiert auf der linken eine gelbe Tafel die Abzweigung in den Wald hinein. Im Herbst 2015 war der Waldweg in schlechtem Zustand, was ein geländegängiges Fahrzeug für die nächsten 7 km nötig macht. Der Fahrweg ist in dieser Jahreszeit gesäumt von Hunderten von Bienenkästen, weshalb es sich nicht empfiehlt, bereits hier die Wanderschuhe anzuziehen.
Nach etwa 45 Minuten erscheinen die Blechdächer der Ställe des "Mandri (= Viehunterstand) tou Vavoulioti". Hier stellen wir den Wagen ab.

Von Bienen und Honig

Aufstieg zu den «Juraweiden»

Links am Viehpferch mit einem kleinen Muni und der Blechhütte vorbei, geht es gerade den Hang hinauf bis zu den ersten gelben und dann roten Markierungen, die hier an niedrigen Büschen befestigt oder auf Felsen am Weg aufgemalt sind. Letztere sind allerdings oft fast vollständig verblasst. Aber der Pfad findet sich dennoch leicht, ist allerdings stellenweise recht steil und steinig. Nach etwa 20 Minuten biegen wir in einen von rechts kommenden Weg ein. Während des Weitergehens bemerken wir bald, dass nun reich mit aufrechtstehenden Zapfen geschmückte Tannen die Pinien abgelöst haben, die Vegetation hat sich geändert [1]. Die Landschaft weckt nun Erinnerungen an unsere Jurahöhen – anstelle von Pferde weiden hier aber Ziegen, deren Glockengebimmel uns noch eine Weile begleitet.

Durch dunkeln Wald und steinige Halden zum Felsensattel

Schon bald biegt unser Pfad vom Fahrweg links ab in einen dunkeln Tannenwald. Von jetzt an gilt es, die roten Markierungen immer ganz genau im Auge zu behalten. Wir steigen hoch, lassen den Wald hinter uns [2] und betreten eine offene Felslandschaft mit Stechwachholder. Die steinige Landschaft ist unübersichtlich, mit nur noch vereinzelten Tannen.  Vor uns erheben sich nun links der anvisierte Felskamm, rechts der Pyrgaki und in der Mitte der Sattel, den wir rund 40 Minuten nach den «Juraweiden» erreichen. Wenn wir uns dann dort Richtung links noch weiter auf den Kamm zu bewegen (1100 m ü. M.), haben wir die beste Aussicht auf das Meer und die Küstendörfer in der Tiefe unten. Bei klarem Wetter reicht die Sicht bis Chalkida und darüber hinaus.
Auf gleichem Weg kehren wir zurück und kehren in der Taverne «Agios» auf der Passhöhe ein, wo uns die freundlichen Besitzer ungefragt zum griechischen Kaffee ein "glyko" servieren, in Honigsirup eingelegte Quittenstücke, sehr lecker, sehr süss und garantiert homemade.

Verlängerungsmöglichkeiten: Für Gipfelstürmer bietet sich die Möglichkeit in 1:30 Std. den zweiten Gipfel Roupakia (1200 m ü. M.) und nach einer weiteren etwa 1:45 Std. den Kourvelo (1225 m ü.M.) zu erobern.


Ein Kommentar zu “Juraweiden auf Euböa

  1. Diese Wanderung folgte am 18.5.2018 auf die „Gratwanderung“. Bei der Anfahrt steht im Beschrieb, für die 7 km ab Agios brauche es einen Geländewagen. An diesem Tag war jedoch der Weg durchgehend in so gutem Zustand, dass wir ohne weiteres mit unserem VW Polo bis zum Viehunterstand hätten fahren können. Macht nichts, so ergab sich eine abwechslungsreiche lange Tageswanderung. Wer will soll aber einfach versuchen, so weit wie möglich mit dem Auto zu fahren.
    Beim Aufstieg muss man wirklich sehr gut schauen, wo die roten Punkte sind, und diesen folgen. Immer wieder stiessen wir auf Geissenpfade, die uns auf eine falsche Spur lockten. Dann hiess es zurück zum letzten roten Punkt und gut suchen – sie sind eigentlich meist in hilfreicher Distanz angebracht. Der Weg war stellenweise recht von Wacholdersträuchern überwuchert, die ziemlich an den Beinen kratzten.
    Oben angekommen, wollten wir uns nicht mit dem Aussichtspunkt auf dem Felskamm begnügen, sondern sind ganz hinauf auf den Pirgaki, was nicht schwierig ist. Sobald man den Sattel erreicht, erblickt man den Pirgaki auf der rechten Seite. Vor uns lag eine Senke, der wir am linken Rand folgten, anschliessend ging es rechterhand den Pinien entlang über das grobe Geröll in ca. 10 Minuten auf den Gipfel hinauf. Oben wurden wir mit einer grandiosen 360°-Rundumsicht belohnt.
    Zurück in Agios hatten wir eine Stärkung verdient! Die erwähnte Taverne „O Agios“ ist nicht mehr in Betrieb, wir wurden aber nebenan im „I Korifi“ auch gut verköstigt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *